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Kinder private Krankenversicherung

Wie versichert man Kinder in der PKV am besten?

Immer wieder mal stellt sich die Frage, wie man Kinder in der PKV gut und guenstig versichert.

Da mehrere private Krankenversicherungen Kinder nicht allein versichern (oder nur ungern), entsteht mitunter der Eindruck, dass man Kinder immer nur beim privaten Versicherer des Vaters bzw. der Mutter versichern kann. Das ist zum Glueck nicht so. Ein grosser Teil der PKVs nimmt Kinder auch alleine auf - jedoch kann es sehr verschiedene Altersgrenzen dafuer geben. Bei einigen Versicherern muss das Kind z.B. mindestens 7 oder 8 Jahre sein. Bei Anderen geht es ab 4 Jahre, oder das Kind muss wenigstens ueber 1 Jahr sein.

Moechte man ganz kleine Kinder (z.B. Neugeborene) allein versichern, kommen noch ca. 8 Versicherer zur Auswahl in Frage. Das kann sich aber auch bei den Tarifen nochmal unterscheiden.

Grundsaetzlich ist es durchaus eine Ueberlegung wert, ein Kind allein in einer PKV zu versichern. Nicht immer ist ein geeigneter Versicherer fuer Erwachsene auch fuer Kinder geschickt. Es gibt verschiedene beitragssenkende Aspekte, die man bei Erwachsenen nicht in Betracht ziehen wuerde, die bei Kindern aber akzeptabel sind, oder zumindest eine Ueberlegung lohnen. Beispiele sind, dass man bei Kindern nicht unbedingt 2-Bett mit Chefarzt haben muss, sondern auch die normale Kinderabteilung genuegt. Mitunter fuehlt sich das Kind dort sogar wohler. Bei kleinen Kindern koennte man den Zahnbereich anfangs nur niedrig abdecken, oder den Zahntarif sogar ganz weglassen. Oder man braucht nur guten Schutz fuer Zahnbehandlung und Zahn-/Kieferregulierung (Spange, Kieferorthopaedie), nicht unbedingt fuer Zahnersatz. Man kann das Hausarztprinzip in Kauf nehmen, d.h., man geht immer erst zum Kinderarzt, ehe man zu Fachaerzten geht. Das ist bei Kindern meistens ganz ueblich, und wird nicht unbedingt als Einschraenkung gesehen, was bei einem Erwachsenen eher laestig sein koennte.

Wenn man als Berater entsprechend differenziert, bzw. es darf, kann man den Gesamtbeitrag relevant druecken. Gerade wenn ein Kind (oder mehrere) dazukommen, wird es mit dem Geld ja doch etwas knapper. Bei Angestellten kommt man evtl. hoeher, als der Arbeitgeber mitzahlt. Immerhin gilt ja auch fuer Kinder der Arbeitgeberzuschuss, nur ist er begrenzt auf eine gewisse Hoehe.  Dann ist es willkommen, den Beitrag senken zu koennen. Mitunter sogar, ohne deswegen ueberhaupt schlechtere Leistungen zu haben.

Ein besonderer Sachverhalt ist die sogenannte Kindernachversicherung ab Geburt. Hier hat man den Vorteil, dass dann, wenn man die private Krankenversicherung des Vaters bzw. der Mutter nimmt, es keine Gesundheitspruefung gibt, und das Kind auch rueckwirkend ab Geburt versichert wird. Einzige Voraussetzung ist, dass man das Neugeborene spaetestens innerhalb von 2 Monaten nach Geburt zur Mitversicherung anmeldet. Insbesondere dann, wenn dem Kind etwas fehlt, es ernsthaft krank ist, oder auch nur die haeufige Gelbsucht nach Geburt vorliegt, gibt es zunaechst keine sinnvollere Wahl, als den eigenen Versicherer. Es ist dann kein "richtiger Antrag" noetig, sondern nur ein kleines Meldeblatt, bzw. man kann einfach mitteilen, welche Tarife gewuenscht sind, wann das Kind geboren wird, und seinen Namen. Das ist dann schon alles.

Haeufig gibt es dabei allerdings einschraenkende Regelungen: Dass das Kind nicht besser abgesichert werden darf, als der Erwachsene. Hat z.B. der Vater aus Gruenden der Sparsamkeit nur das Mehrbett-Zimmer abgesichert, haette nun aber fuer das Neugeborene gern 2-Bett mit Chefarzt, dann geht das nur mit Gesundheitspruefung, bzw. es wird vorerst abgelehnt. Oder der Vater hat eine relativ hohe Selbstbeteiligung, und wuerde fuer das Kind gerne ohne oder mit geringer Selbstbeteiligung haben. Das ist mitunter nicht moeglich. Hier koennen sich die Versicherer deutlich unterscheiden. Einige lassen in dem Punkt Aenderungen zu. Je nachdem, entsteht ggf. daraus das Beduerfnis, das Kind woanders zu versichern. Mitunter schlaegt der Versicherer aber auch nur "automatisch" vor, das Kind gleich zu versichern, wie den dort versicherten Elternteil. Das kann teilweise horrende Beitraege geben, wie ueber mehrere Hundert Euro. Man sollte dann nachfragen, welche Tarife bei Neugeborenen noch ohne Risikopruefung moeglich sind.

Hat man die Kindernachversicherung so beim eigenen Versicherer gewaehlt, kann man ja immer noch bei der naechsten Beitragsanpassung einen anderen Versicherer waehlen.

Achtung - Fruehchen:

Ist das Kind als Fruehchen geboren, ist ein anderer Versicherer gewoehnlich erst nach mehreren Jahren moeglich. Man geht hier schon von einem erhoehten Risiko aus, wie mehr Infekte, Neigung zu Logopaedie etc.- Hier darf man die Frist zur Kindernachversicherung beim eigenem Versicherer in keinem Fall verpassen.

Wenn das Kind gleich ab Geburt voellig gesund ist, kommen auch andere Versicherer in Betracht. Bei einigen sehr Wenigen wird das Kind sogar rueckwirkend ab Geburt aufgenommen. Das bedeutet, die Kosten fuer die Us werden auch schon getragen. Wo das nicht so ist, muss die Versicherung zwar (wegen der Pflicht zur Krankenversicherung) rueckwirkend ab Geburt erfolgen, jedoch setzt der Schutz aktiv erst ein, wenn der Antrag angenommen ist. Das bedeutet, die Kosten fuer die bereits erfolgten U-Untersuchungen sind nicht gedeckt. Unter Umstaenden kommt die gesetzliche Krankenversicherung der Mutter dafuer auf. Es lohnt sich, das zu klaeren.

U-Untersuchungen:

U 1 : Direkt nach der Geburt

Die erste Untersuchung des Neugeborenen findet gleich nach der Geburt statt und ist eine allgemeine Kontrolle. Der Geburtsmediziner untersucht die Atmung, den Herzschlag, die Hautfarbe, Muskelspannung und Bewegungen des Saeuglings. So kann er feststellen, ob das Kind die Geburt gut ueberstanden hat und ob es ihm koerperlich gut geht. (Quelle: www.kinderwelten.de)

U 2 : 5. bis 6. Lebenstag

Bei der zweiten Untersuchung des Neugeborenen prueft der Kinderarzt alle Organsysteme, Skelett und die Reflexe des Babys. Es wird auch ein wenig Blut entnommen, um gegebenenfalls moegliche Stoffwechselkrankheiten zu erkennen. Dann noch die Rachitis-Vorbeugung und die eventuelle Gabe von Fluorid fuer die Zahnerhaertung. Zudem erhalten die Eltern von dem Arzt Informationen zu Ernaehrung und Pflege des Kindes sowie ueber die vorgeschriebenen Schutzimpfungen. (Quelle: www.kinderwelten.de)

Fuer die Risikopruefung fuer Neugeborene sind auch die bereits gemachten Us in Kopie vorzulegen. Dadurch werden auch die sogenannten Wartezeiten erlassen, wenn das Kind entsprechend gesund ist. Waere das nicht so, haette das Kind in den ersten 3 Monaten nur Schutz bei Unfall.

Unter welchen Umstaenden kommt - eventuell unerwartet - die eigene PKV fuer Kinder auf:

1) Wenn ein Paar schon ein Kind oder Kinder hat, und spaeter heiratet, fallen die Kinder direkt zum Tag der Heirat aus der Familienversicherung der Mutter heraus. Bis dahin durften sie noch kostenlos mitversichert sein. Dann aber wird geprueft, wo der Hoeherverdiener (nach dem Brutto) versichert ist. Ist das z.B. der Vater, und er ist in der privaten Krankenversicherung, dann kann das Kind nur mit eigenem Beitrag versichert werden. Entweder in der GKV, was derzeit bei 142,- Euro liegt, oder sinnvoller in der PKV, was oft guenstiger wird, und meistens besseren Schutz bedeutet. Sollte das Kind gesundheitlich nicht ohne Weiteres versicherbar sein, z.B. auch, wenn bereits schon eine Zahn- und Kieferregulierung laeuft, muss es dann die gesetzliche Kasse sein.

2) Die Kinder sind auch bei verheirateten Eltern eventuell berechtigt, kostenlos in der Familienversicherung zu sein.

a) Das ist so, wenn derjenige, der mehr verdient, in der gesetzlichen Kasse ist (freiwillig oder pflichtversichert).

b) Oder, wenn z.B. der Vater mehr verdient, aber selbstaendig ist, und dabei unter der aktuellen Versicherungsgrenze liegt. Sobald der Selbstaendige jedoch ueber der Pflichtgrenze liegt, und die Kasse darauf stoesst, fallen Kinder (ggf. auch rueckwirkend) aus der Familienversicherung heraus. Auch dann bleibt nur die Wahl zwischen der Kasse, oder der PKV. Entsprechende Nachzahlungen in der gesetzlichen Kasse fallen dann auch an. Nach der erfolgten Nachzahlung bei der Kasse kann man auch die PKV waehlen.

Auch wenn man diese Regelungen nicht kennt, und die Kasse Monate oder gar Jahre spaeter darauf stoesst, wird dies unerbittlich rueckwirkend so gehandhabt. Es entstehen dann hoehere Nachzahlungen. Bei mehreren Kindern ist das sehr kostspielig. Frueher konnte man mitunter der Kasse einfach stattdessen anbieten, die Kosten fuer diese Zeit selbst zu uebernehmen, und die Kinder sind einfach rueckwirkend unversichert gewesen, aber durch die Pflicht zur Krankenversicherung ist dies nun nicht mehr moeglich.

Zu beachten:

Auch fuer Kinder gilt die Pflicht zur Krankenversicherung ! In der gesetzlichen Kasse seit 1.4.2007, in der PKV ab 1.1.09. Die Regelungen fuer Strafgebuehren fuer die Nichtversicherung werden auch fuer die Kinder entsprechend angewendet.

Kinder koennen verhaeltnismaessig unkompliziert die PKV auch wechseln. Zwar sind die ueblichen Kuendigungsfristen einzuhalten (die normale, ordentliche Kuendigung, oder bei Beitragserhoehung). Jedoch werden bei Kindern keine Altersrueckstellungen aufgebaut - es koennen also keine verloren gehen. Und es gelten meistens bis ca. 14 Jahre dieselben Beitragsstufen, sodass sich auch durch das hoehere Alter nichts aendert. Das Kind muss nur gesund sein, denn ein eventueller Risikozuschlag macht in der Regel den Beitragsvorteil zunichte. So kann man bei Beitragserhoehung, oder um sonst Kosten zu optimieren, ohne Weiteres einen anderen Versicherer fuer das Kind suchen. Ab Alter 15 oder 16 Jahre erfolgt die Umstellung in die Jugendlichenstufe, was den Beitrag eventuell erhoeht. Es kann sich dann lohnen, sich noch mal neu nach einer anderen PKV umzusehen, wo die Hoeherstufung nicht so viel ausmacht, oder sie eventuell erst Jahre spaeter erfolgt. Fast immer gibt es interessante Alternativen. Obwohl das dann nicht die typische Beitragsanpassung ist, hat man auch angesichts dessen ein ausserordentliches Kuendigungsrecht. Dies gilt in diesem besonderen Fall sogar noch innerhalb von 2 Monaten nach der dadurch erfolgten Erhoehung.

Kinder und Beihilfe:

Die weitaus guenstigste Weise, Kinder privat zu versichern, ist dann, wenn zumindest einer der Eltern Beihilfeansprueche hat, bzw. wenn durch die Taetigkeit eines Elternteils Beihilfe fuer die Kinder entsteht. Das gilt insbesondere fuer Beamte, z.B. aber auch, wenn ein Elternteil als Soldat oder Polizist freie Heilfuersorge hat. Das Kind (und auch die nicht oder nur geringfuegig taetige Mutter) haben dann Beihilfeanspruch. Ausser in Bremen und Hessen, wo etwas andere Regelungen gelten, betraegt die Beihilfe fuer Kinder (auch Studenten bis 25) 80 %. Die fehlenden 20 % sind dann privat abzusichern. Fuer Kinder bis 14 Jahre sind das meist um die 35,- Euro monatlich, bei aelteren wird es natuerlich mehr. Beihilfe und private Ergaenzung bilden zusammen einen Schutz, der dann dem der gesetzlichen Kasse weit ueberlegen ist.